Weck den Frühling in dir!

Du musst dich nicht neu erfinden, um mehr Lebensfreude zu empfinden. Es hilft oft schon, den Fokus zu ändern. Diese Übung kann dir dabei helfen!

Das Freude- und Spaßpotenzial eines unbeschwerten Kindes tragen wir alle in Form unseres Sonnenkindes in uns. Aber manchmal fällt es uns schwer zwischen all den Anforderungen und Ärgernissen auch die schönen Seiten des Alltags wahrzunehmen. Bei Menschen, die notorisch unzufrieden sind, hat sich das regelrecht zu einem »Freudemangel-Syndrom« ausgewachsen. In ausgeprägten Fällen kennen sie eigentlich nur zwei Zustände: Entweder fühlen sie sich müde und gelangweilt oder gestresst und kaputt. Dieser Mangel an Lebensfreude ist an sich schon schlimm genug, aber er hat auch noch negative Auswirkungen auf das Immunsystem.

Was kannst du tun, um mehr Spaß und Freude am Leben zu gewinnen? Hier kommt eine Übung:

Erstelle eine Freude-Biografie!

Du bist vermutlich recht geübt darin, deine „Mangel-Biografie“ zu erstellen, also alles aufzulisten, was nicht gut läuft oder schwierig war. Du blickst dann auf dein Leben und machst dir bewusst, was du schon so alles verbockt hast und welches Unglück dir widerfahren ist. Versuche dem einmal eine Freude-Biografie entgegenzusetzen.

  • Was ist gut verlaufen?
    Vielleicht gab es Meilensteine oder Erfolge, auf die du stolz sein kannst. Das können berufliche Errungenschaften, persönliche Beziehungen oder persönliches Wachstum sein.
  • Welche Schwierigkeiten hast du gut gemeistert?
    Denke darüber nach, welche Herausforderungen du erfolgreich bewältigt hast. Diese Erfahrungen zeigen deine Stärke und Widerstandsfähigkeit.
  • Wo hattest du Glück?
    Vielleicht gab es unerwartete Gelegenheiten oder positive Wendungen, die dein Leben beeinflusst haben. Diese Glücksmomente sind wertvoll und sollten geschätzt werden.
  • Auf welche Leistungen kannst du stolz sein?
    Reflektiere deine eigenen Leistungen und Errungenschaften. Egal, ob groß oder klein, jede Leistung verdient Anerkennung und Stolz.
  • Was haben deine Eltern gut gemacht?
    Denke über die positiven Aspekte deiner Beziehung zu deinen Eltern nach. Selbst wenn es Schwierigkeiten gab, gab es vielleicht auch liebevolle Momente oder wertvolle Lektionen, die du von ihnen gelernt hast.
    Ein Beispiel dazu: Einem Klienten von mir, der eine verbitterte Beziehung zu seinem Vater unterhielt, fiel ein, dass es auch Momente des Glücks mit seinem Vater gab. Er ging ab und an mit seinem Vater im Wald spazieren, und das waren Momente der Harmonie und des Einvernehmens. Als der Klient sich hieran erinnerte, konnte er seinen Vater in einem wärmeren Licht sehen, was ihn irgendwie erlöste. Verbitterung wie auch andere negative Gefühle sind seelisch belastend.
  • Achtung: Ich rate dir mit dieser Übung nicht dazu, Wut oder Aggression einfach zu unterdrücken. Du musst dich diesen Gefühlen stellen, bevor du sie abbauen und dich versöhnen kannst.

Menschen, die optimistisch eingestellt sind und zufrieden auf ihr bisheriges Leben blicken, erstellen die »Freude-Biografie« übrigens ganz automatisch. So fokussieren sie auch bei traurigen und stressbeladenen Lebensereignissen auf die Frage, was sie Gutes daraus ziehen konnten beziehungsweise können. Hierbei verfärben sie auch unbewusst ihre eigene Lebensgeschichte etwas rosarot, wie viele psychologische Studien zeigten. Diese selbstaufwertenden »Gedächtnisverluste« erhalten gesund – ein wenig Schönfärberei schadet also nicht.

Weitersagen:

Diese Beiträge könnten dich auch interessieren:

Seminare